Am 26. Mai wäre Miles Davis 100 Jahre alt geworden. Anlass, sich wieder einmal näher mit dem Trompeter zu befassen, der den Jazz immer wieder neu definierte.
Der Kölner Pianist, Pädagoge und Podcaster Pablo Held beschäftigt sich seit seiner Jugend intensiv mit der Musik des Trompeters und fördert immer wieder neue Details und Perspektiven auf das Werk des Jahrhundertmusikers.
In seiner gerade im Reclam-Verlag erschienenen Biographie »Miles Davis – Sound eines Lebens« entwirft der mit dem Preis für deutschen Jazzjournalismus 2019 ausgezeichnete Hamburger Autor Stefan Hentz ein Kaleidoskop erzählerischer Perspektiven und fächert das künstlerische und politische Selbstverständnis des Trompeters auf und stellt Fragen nach seiner Persönlichkeit – und nach den Mythen, die den Prince of Darkness bis heute umgeben. Miles Davis war ein Mann der Wandlungen, ein Musiker, der in den fünf Jahrzehnten seiner Karriere immer wieder die Grenzen seiner Kunst neu definierte. Vom Bebop zur klanglichen Raffinesse des Cool Jazz, von der erdigen Leidenschaft des Hardbop zum modalen Schillern, vom Magnetismus des swingenden Beat zum Groove zu den Trancen elektronischer Tanzmusik zelebrierte Davis konsequent den permanenten Wandel.
In ihrem Gespräch über das vielschichtige Werden und Schaffen eines der größten Musiker des 20. Jahrhunderts, entwerfen Pablo Held und Stefan Hentz, der Pianist und der Autor, ein generationenüberschreitendes Bild von einem Musiker, in dessen Werk die Geschichte des Jazz und Weltgeschichte sich die Hand reichen. Möglicherweise wird Pablo Held es sich nicht nehmen lassen, das ein oder andere Argument musikalisch zu unterstreichen. Ein Klavier steht bereit.
Fotocredit: Miles Davis - Sound eines Lebens Cover © Glen Craig