SANAM, ein Sextett aus der experimentellen Kunstszene von Beirut, bewegt sich an den Übergängen zwischen Song, Ritual und freieren Formen. Vom Irtijal Festival zur Zusammenarbeit mit Faust-Musiker Hans Joachim Irmler eingeladen, fand die Band in dieser Begegnung ihren eigenen Sog. Was folgt, ist ein wilder Strudel, der über musikalische Genres hinausführt – kosmischer Rock und Post-Punk, freie Improvisation und elektronische Texturen, ägyptisches Liedgut und moderne arabische Poesie geraten aneinander, reiben und entzünden sich. Geprägt von dem hohen Druck, unter dem die libanesische Gesellschaft steht, klingt SANAM dringlich und entrückt zugleich.
Nach ihrem international gefeierten Debüt <i>Aykathani Malakon</i>, verdichten SANAM auf dem neuen Album Sametou Sawtan („I Heard a Voice“, 2025) ihre musikalische Sprache und erzählen von Nähe, Distanz und Verschiebung, dem Gefühl, zugleich innen und außen zu sein. Es entsteht eine Musik, die sich jeder Eindeutigkeit entzieht – und darin eine eigentümliche Klarheit gewinnt: ein Innehalten, das fernen Stimmen folgt und sich im Hören neu verortet.
Fotocredit: SANAM © Karim Ghorayeb