Jazz & beyond from Slovenia
Anfang Juni richten wir den Blick nach Slowenien: Das eintägige Festival „Close Up: Slovenia“ stellt die kreative und überraschend vielfältige zeitgenössische Musikszene des Landes in den Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit dem Slowenischen Kulturinformationszentrum (SKICA) und kuratiert von Bogdan Benigar präsentiert der Konzertabend im Saal und im JAKI eine stilistisch breite Nahaufnahme zwischen Jazz, Avantgarde und genreübergreifenden Ansätzen.
Auf dem Programm stehen drei herausragende Positionen: Širom (Folk Avantgarde), Mrk (Jazz Fusion) sowie Jure Pukl Analog AI – ein international besetztes Quartett zwischen Contemporary Jazz und experimentellen Klangwelten. Ein Abend, der die Offenheit und Vitalität der slowenischen Musikszene eindrucksvoll hörbar macht.
Programm
18 Uhr | Konzertsaal
Širom
Die Verflechtung vielfältiger musikalischer Ansätze und Mittel, Klanggeschichten sowie ungezügelter musikalischer Fantasie und Handwerkskunst ist das übergreifende Leitprinzip des Širom-Trios, dessen Mitglieder aus den Regionen Prekmurje, Tolminsko und Kras stammen.
Mehr als ein Dutzend Instrumente finden sich im Repertoire von Iztok Koren, Samo Kutin und Ana Kravanja – und mindestens ebenso viele musikalische Formen. Daraus entsteht eine originelle, stilistisch homogene Ausdrucksform, die zwischen einer breiten Palette an Folk-Klängen und zeitgenössischen akustischen Rock-Meditationen oszilliert. Das Endergebnis ist ein geerdeter und dennoch mystischer Minimalismus. Die Musik von Širom ist kontemplativ, kann aber bei Bedarf auch härter werden; sie ist eher band- als kammermusikalisch, eher straßen- als stadtnah.
19 Uhr | JAKI
Mrk
Das Projekt Mrk (Eclipse) ist ein Zusammentreffen vielfältiger musikalischer Elemente, wobei jedes Genre seine eigene Nuance zur gesamten Klangpalette beiträgt. Die daraus resultierende dynamische Fusion entzieht sich jeglicher konventionellen Kategorisierung. Jeder Song spiegelt den Wunsch wider, Grenzen und unbekannte Gebiete zu erkunden. Eclipse bezieht sich auf den Moment, in dem Licht und Dunkelheit einen kosmischen Tanz aufführen. Licht und Dunkelheit existieren gleichzeitig: Licht steht für Helligkeit und Energie, während Dunkelheit Tiefe und Geheimnis symbolisiert. Gaj Bostičs Projekt zielt darauf ab, mit diesen Gegensätzen zu spielen, so wie Planeten, die durch den Schatten eines anderen wandern und sich für einen Moment überlappen. Die Präsenz des Lichts spiegelt sich im Klang von Trompete und Saxophon wider, deren Melodien die kraftvolle Rhythmusgruppe erhellen, die sich in einer dunklen Kulisse bewegt, während Keyboards und Effekte Tiefe verleihen und eine kontrastreiche Atmosphäre schaffen.
20 Uhr | Konzertsaal
Jure Pukl Analog AI
Analog AI ist ein visionäres zeitgenössisches Jazzprojekt unter der Leitung des slowenischen Saxophonisten Jure Pukl. Das international renommierte Quartett reagiert musikalisch auf den Aufstieg der künstlichen Intelligenz und zelebriert gleichzeitig die Kraft der menschlichen Live-Performance. Die Gruppe besteht aus Pukl am Tenor- und Sopransaxophon, John Escreet am Klavier und an den Keyboards, Joe Sanders am Bass und Christian Lillinger am Schlagzeug – langjährige Weggefährten, deren tiefe musikalische Verbundenheit die kühne kreative Stimme des Projekts beflügelt. Das musikalische Ethos spiegelt eine bewusste künstlerische Haltung wider: Das Konzept von Analog AI lässt sich als musikalische „Imitation“ analoger künstlicher Intelligenz verstehen – nicht im Sinne computergenerierter Klänge, sondern als kreatives Prinzip, bei dem Spontaneität, menschliche Intuition und kollektives Zusammenspiel jede Darbietung bestimmen. Vor allem hebt das Analog-AI-Ensemble die einzigartige Chemie und Freiheit hervor, die nur durch die Zusammenarbeit vor Ort entstehen – im Gegensatz zu algorithmischen Prozessen – und unterstreicht damit die anhaltende Relevanz des Jazz als menschliche Kunstform.
Jure Pukl © Aljosa Videtic