Diese Musik beginnt nicht im Studio, sondern in Beziehungen: auf Reisen, in Nachbarschaften, einer Jahre überspannenden Annäherung. Zwischen Nairobi und Siaya in Kenia webt das Duo ODD OKODDO – Sven Kacirek und Olith Ratego – einen eigenwilligen Dialog mit der großen 83-jähirgen Dodo-Sängerin Ogoya Nengo. Dodo, die Gesangstradition der Luo, mit der Neuigkeiten transportiert, kommentiert und erinnert werden, trifft auf modulare Elektronik, perkussive Präzision und die selbstgebaute fünfsaitige Okodo-Laute Rategos – eine Musik, die ihre Herkunft kennt, sie überschreitet und neu ausleuchtet.
Auf Palagoma (2026) wird diese Konstellation erstmals zum Trio: In neun Stücken, die sich zwischen dörflicher Erzählung und elektroakustischer Verdichtung bewegen. Die Stimmen stehen nah und unverstellt im Raum, während sich darunter klickende Rhythmen, Holzklänge oder scharf konturierte Synthesizer-Linien verschieben. Call-and-Response-Gesänge kippen in maschinelle Pulse, intimes Storytelling reibt sich an kreiselnden Grooves.
Fotocredit: Odd Okodo, Ogoya Nengo © The Mall