Der Altsaxophonist und Komponist Ben van Gelder gilt national wie international als eine prägende Stimme seines Instruments. Bereits als Jugendlicher gewann er renommierte Auszeichnungen, darunter den Princess Christina Competition, das Stan Getz/Clifford Brown Fellowship und den Deloitte Jazz Award.
Mit siebzehn Jahren zog er nach New York, wo er fast zehn Jahre lebte und mit Musiker wie Mark Turner, Joe Sanders und Ambrose Akinmusire zusammenarbeitete. Dort entwickelte er seinen unverwechselbaren Stil als Solist und Komponist. Geprägt wurde dieser auch durch sein Studium der Kunstgeschichte: Bildende Kunst, Geschichten und Objekte bilden häufig den Ausgangspunkt seiner Kompositionen.
Mit seinem Quintett veröffentlichte van Gelder drei hochgelobte Alben. Sein 2023 erschienenes Oktett-Album Manifold, das die klanglichen Möglichkeiten der Kirchenorgel auslotet, wurde von der New York Times als außergewöhnliche Veröffentlichung gefeiert.
The Whole Wide World Is Round ist eine musikalische Hommage an das 50-jährige Jubiläum des North Sea Jazz Festivals und an die Menschen, die den Jazz geprägt haben. Im Mittelpunkt steht das Thema Erinnerung.
Van Gelder verbindet eine persönliche Geschichte mit dem Festival: Sein Vater betrieb dort viele Jahre einen Stand mit seinem Plattenladen Swingmaster. Seine Mutter war 1981 so bewegt von einem Konzert der Sängerin Abbey Lincoln, dass sie dort um ein gemeinsames Foto bat – und Ben van Gelders Vater kennenlernte. So wurde Abbey Lincoln zum Herzstück dieses Projekts.
Ihre poetischen Texte über Herkunft, Zeit und Identität inspirierten van Gelders Kompositionen. Visuell ergänzt wird das Werk durch Arbeiten von Tony Roe und Várvara Tazelaar sowie Archivfotografien aus dem Bestand seines Vaters.
Fotocredit: Ben van Gelder © Jonathan Herman